Juniorwahl 2019

Heuer gab es eine Premiere an der Fachoberschule! Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr die vom Verein „Kumulus e.V.“ ins Leben gerufene „Juniorwahl“ durchgeführt. Deutschlandweit nahmen 429 Schulen an diesem Projekt teil, das in Bayern von der Bayerischen Staatsregierung und von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert wird. 

Anlässlich der Europawahl am 26. Mai 2019 hatten neun 11. Klassen der FOS die Gelegenheit, vorab am 20. und 21. Mai den realitätsgetreu nachempfundenen Gang an die Wahlurne zu erproben. Dieses Angebot richtete sich hauptsächlich an Jugendliche unter 18 Jahren, die noch nicht wahlberechtigt sind. Dennoch haben wir an der Schule alle Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen unabhängig vom Alter, von Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsdauer an die Urne gebeten. Schließlich besteht die Hauptintention darin, dass sich die jungen Menschen kritisch mit den Themen des Prozesses der europäischen Integration, mit der Bedeutung der Europaparlaments, mit den Positionen der einzelnen Parteien im Wahlkampf und mit dem Nutzen z.B. eines Wahl-O-Mats, der durch eine Klage der Partei „Volt“ im Vorfeld stillgelegt wurde, auseinanderzusetzen. 

Wenn sich die Schülerinnen und Schüler im Zuge des vorbereitenden Unterrichts reflektiert Gedanken über Schlagwörter auf Plakaten, über Werbung und Beeinflussung via Social Media wie Instagram und Facebook und über Wahlwerbung in Funk und Fernsehen machen, ist bereits sehr viel erreicht.

Studien im Rahmen teilnehmender Schulen haben gezeigt, dass dieses Projekt zu mehr politischen Diskussionen innerhalb der Familien führt, dass der Anteil der Nichtwähler sinkt, sich die Wahlbeteiligung der Eltern erhöht und dass sich die jungen Leute mehr über die zur Wahl stehenden Parteien und Personen informieren. 

Die Kollegen und die Klassen haben mir dies im Verlauf der beiden Projekttage bestätigt. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr an den europäischen Themen und Problemen interessiert. Alle waren motiviert, daran teilzunehmen und den regulären Unterricht durch realitätsnahe aktive Formen der politischen Partizipation zu bereichern. 

Wie bei der sonntäglich realen Wahl bekamen die Schülerinnen und Schüler zuvor Wahlbenachrichtigungen überreicht mit Ort, Datum und Zeit, zu der sie ihre Stimme abgeben konnten. Mitzubringen waren an dem Tag die Wahlbenachrichtigung und ein Ausweis. Je Klasse sorgten Wahlhelfer engagiert dafür, dass das Wählerverzeichnis sorgfältig geführt, die Anonymität der Stimmabgabe gewahrt und die Wahlurne bewacht wurde. 

Die Kolleginnen Johanna Reitinger und Evi Wimmer unterstützten mich tatkräftig bei der Organisation und der Durchführung der Juniorwahl. Zusammen führten wir das Wahlprotokoll, zählten die Stimmen zweimal aus, wie von den Initiatoren vorgegeben, und hielten das Ergebnis bis Sonntag, den 26. Mai um 18 Uhr geheim. Eine Wahlbeteiligung von 95% ist im Vergleich zu realen 42,6% bei der letzten Europawahl vorbildlich. Dies hat uns Organisatoren sehr gefreut. Man sieht, dass Jugendliche sich gerne politisch beteiligen, wenn die Möglichkeiten hierfür vereinfacht werden – Online-Partizipation wird hierbei bevorzugt. 

Wie bei der U18-Wahl des Stadtjugendrings Ingolstadt gingen auch an unserer Schule die GRÜNEN als klarer Sieger hervor. Mit 27,2% liegen sie deutlich vor den anderen Parteien, der FDP mit 10,9% und der PARTEI mit 9,9%! Unsere jungen Schülerinnen und Schüler bringen damit ihre freiheitsliebende, weltoffene und umweltbewusste Haltung zum Ausdruck. Die bekannten großen Volksparteien vermögen die Jungwähler nicht in gleicher Weise an sich zu binden (CSU mit 6,3%, SPD mit 5,8%). 

Melanie Funk (Sozialkundelehrerin)
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